Wir spielen Xylophon

Eine Anleitung zum Musizieren
auf den Stabspielen von Michael Salb

Start | Kinder | LehrerInnen | Artikel | Kontakt | Impressum

Auf dieser Seite bekommen Sie einen Einblick in das Lehrerheft,
welches ausführlich Informationen zum Unterrichten gibt.

"Wir spielen Xylophon"
ist für Musikpädagogen der EMP und Schlagzeuger.

Die vorliegende Stabspielschule für Kinder im Alter von 5-7 Jahren entstand aus dem Bedürfnis, für ein kindgerechtes Instrument ein entsprechendes Unterrichtswerk zu entwickeln. Dabei wurden vor allem die Erkenntnisse und Arbeitsweisen der elementaren Musik- und Bewegungserziehung berücksichtigt, um einen sinnvollen Übergang von der „Musikalischen Früherziehung“ zum Instrumentalspiel zu erreichen.

Die Schule ist keinesfalls dazu gedacht, Stück für Stück einfach nur durchgespielt zu werden. Vielmehr ist jedes Lied Grundlage für vielfältige Übungs- und Variationsmöglichkeiten, die die kindlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in den unterschiedlichsten musikalischen Bereichen fördern.

Die beigefügte Sammlung von Spielideen soll dem Musiklehrer bei der Gestaltung seines Unterrichts behilflich sein und ihm als Anreiz für eigene Ideen dienen.

Die Spielvorschläge sind durchaus nicht als vollständig zu betrachten, sie sollen je nach Unterrichtssituation und Auffassungsvermögen der Schüler abgewandelt und ergänzt oder durch neue Spielideen erweitert werden.

Zu den einführenden Stundeneinheiten

Den Spielstücken gehen vier eigenständige Unterrichts-Einheiten voraus, die grundlegende musikalische und musiktheoretische Sachverhalte beinhalten. Sie sollen vor allem bei Kindern, die an keiner elementaren Musik- und Bewegungserziehung teilgenommen haben, besonders beachtet und sorgfältig durchgeführt werden. Diese Unterrichtseinheiten umfassen folgende Bereiche:

  • Kennenlernen des Xylophons Erster Umgang mit den Schlägeln
  • Hinführung zur Notation von Musik allgemein
  • Einführung musikalischer Grundbegriffe: schnell - langsam, hoch - tief
  • Einführung der ersten vier Xylophontöne: c, d, e, f

Diese Einheiten können je nach Bedarf und Vermögen der Schüler verkürzt oder durch zusätzliche Übungen erweitert werden.

Zur Erarbeitung der Lieder

Da Kindern musikalische Strukturen am leichtesten vom Lied her zugänglich sind, wurden in dieser Stabspielschule überwiegend Lieder verwendet. Auf den Vorgang des Kennenlernens der Lieder wird bei den Spielideen oft nur indirekt eingegangen. Es bleibt dem individuellen Vorgehen jedes Lehrers überlassen. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

  • Gespräche und Spiele zum Textinhalt
  • Singen des Textes
  • Einprägen des Rhythmus durch Klanggesten, Rhythmussilben oder einfache Rhythmusinstrumente (auch Schlägel mit einbeziehen)
  • Singen des Liedes und gleichzeitiger Anschlag des Liedrhythmus auf einem Xylophonton
  • Mitspielen von Liedmotiven auf dem Xylophon

Zu den Spielideen

Die Spielvorschläge gliedern sich in vier Bereiche, wobei Überschneidungen nicht immer zu vermeiden sind.

  1. Die Übungen im ersten Bereich sollen die Kinder mit dem jeweiligen Stück und seinen Inhalten vertraut machen. Durch Gespräche, spielerisches Darstellen, Betrachten der Bilder im Heft, sich Bewegen und Tanzen wird das Lied inhaltlich erarbeitet und die Bereitschaft zum Erlernen eines Stückes erhöht.

  2. Diese Aufgabenstellungen fördern die Entwicklung der Spieltechnik und des Zusammenspiels und die Fähigkeit freier musikalischer Ausgestaltung. Der Umgang mit den Schlägeln, verschiedene Anschlagsarten und die Erzeugung vielfältiger Klangfarben werden spielerisch eingeübt. Dem freien Spiel und der Improvisation werden viel Raum gegeben, wodurch die Musikalität und Spieltechnik entwickelt werden, ohne an den Vorgang des Notenlesens gebunden zu sein.
    Musik wird von den Kindern selbst gestaltet und nicht nur reproduziert. Zur Ausgestaltung der Lieder dienen auch die aufgeführten Möglichkeiten der Begleitung am Ende des Lehrer-/Elternheftes. Für die Ostinati eignen sich besonders gut ein Tenor- oder Baßstabspiel. Für die rhythmische Begleitung können die verschiedensten Schlagwerkinstrumente verwendet werden.
    Solche Formen des Gruppenmusizierens sollten immer wieder aufgegriffen werden, da sie neben der Entwicklung des Zusammenspiels auch das Bewusstsein für die Verwendung der Stabspiele als Begleitinstrument fördern.

  3. Dieser Bereich umfasst die Bearbeitung theoretischer Fragen und Begriffe. Die Sachverhalte werden gemeinsam von Lehrern und Schülern besprochen und von vielen Seiten her beleuchtet. Nach und nach werden die Kinder dann mit den verschiedenen Notationszeichen vertraut gemacht, die nach Bedarf eingeführt werden. Ein Vorgehen, welches in die ganzheitliche Vermittlung des Notensystems auch dessen Entwicklungsgeschichte einbezieht.
    Notenkenntnisse werden bei den ersten Liedern auf vielfältigste Weise vermittelt und gefestigt. Die Notation dient am Anfang nur Übungszwecken oder als Hilfe für Eltern, nicht aber um die Lieder abzuspielen. Die Lieder lassen sich in diesem Stadium durch Hören und Zuschauen besser vermitteln. Die Fähigkeit, sich Unbekanntes und Neues nach Noten anzueignen, braucht bekanntlich Zeit, die man den Kindern auch lassen sollte.
    Alle vorkommenden Zeichen werden am Ende des Heftes von den Schülern in einer Übersicht zusammengefasst. Zur Festigung sollten diese musiktheoretischen Bezeichnungen im Unterricht häufig wiederholt und vom Lehrer immer wieder genannt und verwendet werden.

  4. Hier werden Möglichkeiten gezeigt, das Gehör der Kinder zu schulen und auszubilden. Die Aufgabenstellungen sind meist als Frage formuliert, woraus sich die Hörübung entwickeln lässt. Je nach Auffassungsvermögen der Kinder sollten die Höraufgaben entsprechend übertrieben dargestellt werden.
    Zu beachten ist, dass die verschiedenen Bereiche und Spielideen nicht nacheinander abgehandelt und durchgenommen, sondern nach Bedarf miteinander kombiniert und variiert werden. Je nach Zeit lassen sich um jedes Lied im Kinderheft zwei bis drei Unterrichtsstunden gestalten, die der Einübung, Vertiefung und Festigung dienen. Als Beispiel für einen möglichen Stundenablauf wurde bei dem Stück „Die Fliege“ die Reihenfolge der Spielideen angegeben.

Zur Rahmengeschichte

Um den Kindern den Übergang von einem Stück zum anderen zu erleichtern und die Stücke nicht isoliert voneinander stehen zu lassen, wird unter Punkt 5 in Stichpunkten eine mögliche Überleitung angeboten. Diese kann vom Lehrer, seinen erzählerischen Fähigkeiten entsprechend, ausgestaltet werden.